25.05.2021, Köln

Was bedeutet digitale Medienkompetenz und warum sollte das Erlernen digitaler Medienkompetenz für Kinder eine wichtige Rolle spielen?

In einer von Medien geprägten Welt wachsen Kinder heutzutage wie selbstverständlich mit digitalen Angeboten auf – die Nutzung von Smartphone, Tablet und Co. geschieht schon fast intuitiv, trotzdem müssen Kinder bei der Nutzung an die Hand genommen werden und Medienkompetenzen erlernen.  Sie haben ein Recht darauf beteiligt zu werden, Zugang zu Wissen und zu unseren digitalen Kulturtechniken zu erhalten, sollten hierbei aber immer auch geschützt bleiben. Kinder können mithilfe digitaler Medien nicht nur spielen und sich unterhalten, sondern auch lernen und kreativ sein. Allerdings müssen sie erst einen sicheren Umgang mit der digitalen Medienwelt erlernen. Und sie müssen auch verstehen, dass soziale Interaktionen in der echten Welt nicht mit Mediennutzung zu ersetzen sind. Der echte Austausch in der Familie muss immer einen festen Platz im Alltag haben.

Ab wann sollten sich Eltern mit der digitalen Medienkompetenz ihrer Kinder auseinandersetzen?

Im Prinzip können schon Kleinkinder Apps bedienen. Die Navigation ist oft sehr einfach, so dass kleine Kinder sich die Bedienung sehr schnell merken, wenn sie ihnen jemand erklärt hat. Und sie haben wenig Scheu, einfach etwas auszuprobieren und alle Inhalte zu erkunden, indem sie einfach drauf los tippen. Eltern sollten sich also schon früh mit dem Thema auseinandersetzen. Sofern man Kinder ruhigen Gewissens auch mal allein Apps nutzen lassen möchte, sollte man die Geräte und Apps so absichern, dass Kinder per technischer Schranke nur bestimmte Inhalte sehen und bedienen können.

Worauf sollten Eltern bei der Wahl von digitalen Angeboten achten?

Birgit Guth (Head of Insights&Analytics)

„Eltern sollten sich die Zeit nehmen und bewusst Inhalte aussuchen, Produkte prüfen, klare Nutzungszwecke und -situationen schaffen.“

Eltern sollten sich die Zeit nehmen und bewusst Inhalte aussuchen, Produkte prüfen, klare Nutzungszwecke und -situationen schaffen. Bei digitalen Angeboten ist es wichtig, genau hinzuschauen, ob der jeweilige Anbieter das Produkt auch speziell an Kinder adressiert und ob er sich an Jugendschutzaspekte hält. Diesbezüglich ist es ein guter Tipp, eher auf die Angebote deutscher Fernsehsender oder Verlage zurückzugreifen, anstelle von ausländischen Diensten. KIKA oder SUPER RTL stellen auch an ihre digitalen Ableger hohe Ansprüche in Sachen sichere Nutzung.

Gibt es bestimmte Funktionen, die Eltern kindgerechte Apps erkennen lassen und in der Mediennutzung der Kinder unterstützen?

Produkte wie die Toggolino App bieten Funktionen an, die bereits eine gute Orientierung geben, welche Regeln man bei der Nutzung von Apps für Kinder beachten und aufstellen kann. Dazu gehören kindgerechte Inhalte durch Black- und Whitelists, Nutzungszeiträume und -dauer, Altersfilter, usw. Darüber hinaus lassen die Inhalte und das Design von Apps erkennen, ob sie für Kleinkinder entwickelt und damit auch für die junge Zielgruppe geeignet sind. Eine textfreie Bedienung mit verständlichen und einfachen Icons mit großer Tipp-Fläche, eine klare Struktur, wenig Navigationselemente sowie wiederkehrende Farben zur Orientierung sind Beispiele für ein Design, das bei Kindern gut ankommt. All diese Elemente sind ein gutes Indiz dafür, ob Apps oder andere digitale Medien für Kleinkinder geeignet sind.

Welche Vorbildfunktion haben Eltern bei der Nutzung digitaler Medien?

Birgit Guth (Head of Insights&Analytics)

„Eltern tragen heutzutage eine große Verantwortung, gute medienbezogene Entscheidungen für ihr Kind zu treffen.“

Eltern tragen heutzutage eine große Verantwortung, gute medienbezogene Entscheidungen für ihr Kind zu treffen. Der verantwortungsvolle und eigenständige Umgang mit digitalen Medien kann und sollte bereits im Elternhaus aufgegriffen werden. Eltern haben in dieser Hinsicht definitiv eine Vorbildfunktion, fühlen sich aber oft unsicher, weil sie wenig Hilfestellung bekommen. Sie befinden sich oft selbst noch in einem Lernprozess (man spricht auch von der digitalen Pubertät der Erwachsenen). Um Smartphone und Tablet den Anstrich von Normalität und Nüchternheit zu verleihen, sollten diese auch in der Familie weniger präsent sein bzw. nur dann genutzt werden, wenn sie einen echten Nutzen und Mehrwert bieten.

Birgit Guth ist seit 1995 Leiterin der Abteilung Insights&Analytics bei SUPER RTL. In ihrer Verantwortung liegen die Konzeption und Durchführung zahlreicher Studien zum Kinderfreizeit-Verhalten sowie zur Fernseh- und Mediennutzung von Kindern. Außerdem verantwortet sie Fachtagungen zum Thema »Kinder und Medien« und referiert bei Fortbildungen oder als Lehrbeauftragte.

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